Views
2 years ago

2012-22

  • Text
  • Schip
  • Jaar
  • Oktober
  • Binnenvaartkrant
  • Onze
  • Binnenvaart
  • Nieuwe
  • Marine
  • Schepen
  • Gaat

De Binnenvaartkrant 24

De Binnenvaartkrant 24 23 oktober 2012

De Binnenvaartkrant 25 23 oktober 2012 DE BINNENVAARTKRANT REDAKTION SARAH DE PRETER | MOBIL +31 (0)6 22 70 18 93 | E-MAIL SJMDEPRETER@GMAIL.COM Europäischer Gedankenaustausch beim VBW-Bankett In Ruhrorts guter Stube, der Schifferbörse, hat der Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen (VBW) am vergangenen Freitag sein erstes Bankett abgehalten. Der VBW möchte mit dieser Veranstaltung anknüpfen bei der guten Tradition der Schifferbörse, in der früher nicht nur Waren, sondern auch Informationen ausgetauscht wurden. „Mit der Schifferbörse bekam die Binnenschifffahrt ein Forum, einen Raum für vertrauliche Gespräche“, so VBW-Präsident Hans van der Werf. „Auch wir wollen uns bei diesem Bankett über aktuelle Themen und über das Marktgeschehen austauschen – bei einem guten Essen.“ Der VBW ist eine deutsche Organisation mit europäischer Ausrichtung. Passend dazu hatte der Verein Dimitrios Theologitis als Gastredner eingeladen. Der Referatsleiter für Häfen und Binnenschifffahrt bei der EU-Kommission hielt einen Vortrag über die europäische Binnenschifffahrtspolitik für das nächste Jahrzehnt. Der Zeitpunkt war gut gewählt, denn im April 2013 wird die Europäische Kommission ihre Pläne für NAIADES II vorstellen. Mit diesem neuen Aktionsprogramm soll die Binnenschifffahrt in Europa weiter gefördert werden. Große Herausforderung In ihrem Weißbuch Transport formulierte die EU-Kommission im vergangenen Jahr als Zielpunkte die verkehrsbedingten CO 2 -Emissionen zu senken und mehr Verkehr auf Wasserstraßen und Schienenwege zu verlagern. Im meist optimalen Szenario soll der Anteil der Binnenschifffahrt am Verkehr bis 2050 um mehr als 20% zunehmen. Dimitrios Theologitis: Auch achtzig Binnenhäfen gehören zu dem Kern-Netz das mit Priorität optimiert und ausgebaut werden soll. „Für die Binnenschifffahrt stellt dies eine einmalige Chance dar.“ (Foto Sarah De Preter) Eine schwierige Aufgabe, zumal die Binnenschifffahrt außer vielen Stärken auch deutliche Schwächen hat. Dazu zählen die zersplitterte Angebotsseite mit zahlreichen Partikulierunternehmen, die hohe Konjunkturanfälligkeit und die Überkapazitäten. Die Branche kämpft darüber hinaus mit einem wachsenden Personalmangel. Dazu kommen Engpässe auf den Wasserstraßen und Mängel in den Häfen. „Ganz so rosig ist die Lage nicht“, fasste Theologitis zusammen. Probleme wie die Kooperation im Sektor können seiner Ansicht nach nur vom Gewerbe selbst in Angriff genommen werden. Die Infrastruktur dagegen sei die Verantwortlichkeit der Mitgliedstaaten „und auch in zunehmender Maße der EU“. Arbeitsdokument Im Mai brachte die EU-Kommission ein Arbeitsdokument für NAIA- DES II auf den Weg. Eines der Ziele ist die Steigerung des Binnenschiffsanteils am Modal Split. Dafür braucht es eine gute Infrastruktur. Die Kommission hat deshalb alle Wasserstraßen der Kategorie IV und höher in das Kern-Netz des Transeuropäischen Verkehrsnetzes aufgenommen. Auch achtzig Binnenhäfen gehören zu diesem Kern-Netz, das mit Priorität optimiert und ausgebaut werden soll. „Für die Binnenschifffahrt stellt dies eine einmalige Chance dar“, so Theologitis. Zur Finanzierung schlägt die EU-Kommission einen 32 Milliarden schweren Fonds vor, die sogenannte Connecting Europe Facility (CEF). Daraus sollen die Mitgliedstaaten Unterstützung für die Durchführung von TEN-Projekten erhalten. Sowohl für den Finanzrahmen der EU für die Periode 2014-2020 als auch für die neuen TEN-Richtlinien und das CEF-Finanzierungsinstrument haben die Mitgliedstaaten noch kein grünes Licht gegeben. „Wir hoffen dass beim EU-Gipfel Ende November die Mitgliedstaaten den Sinn davon einsehen und die Finanzierung bewilligen.“ Ein zweites Ziel von NAIADES II ist die Verringerung der Schadstoffemissionen in der Binnenschifffahrt. Die Kommission will einen Vorschlag für strengere Emissionsgrenzwerte einbringen, sowohl für neue als bestehende Motoren. Eine Expertengruppe befasst sich derzeit mit der Prüfung und Ausarbeitung eines solchen Vorschlags. Eine weitere Expertengruppe prüft einen Vorschlag zur Vereinheitlichung der Ausbildungs- und Zertifizierungsstandards in der europäischen Binnenschifffahrt. Auch mit der Zusammenarbeit zwischen den Organisationen, die sich mit Binnenschifffahrtspolitik beschäftigen, wird man sich in Rahmen von NAIADES II auseinandersetzen. „Damit verbunden stellen wir uns die Frage der Infrastrukturkostenanlastung aller Verkehrsträger. Dabei können wir die Binnenschifffahrt nicht außen vor lassen.“ Tätig werden „Mit NAIADES II, den neuen TEN- Leitlinien und dem Finanzierungsinstrument CEF können wir die Basis für eine verlässliche und erfolgreiche europäische Binnenschifffahrtspolitik für die kommenden Jahre legen“, ist sich Theologitis sicher. Er rief die Mitgliedstaaten auf für größere Infrastrukturprojekte – also auch für den Wasserstraßenausbau – einen Antrag auf Kofinanzierung durch die EU zu stellen. „Die Staaten müssen selbst den Antrag von Projekten absegnen, sonst können wir kein Geld geben.“ „Die Binnenschifffahrt muss, um ihre Entwicklung im europäischen Rahmen fortsetzen zu können, in verschiedenen Bereichen tätig werden“, schloss Hans van der Werf ab. „Wir brauchen nur die vorgesetzten Wege zu bewandern. Die Mittel sind vorhanden. Es geht darum, dass man die Herausforderungen auf sich nimmt und tätig wird.“ Karin Moosbrugger zur ZKR Im Januar wird die neue stellvertretende Generalsekretärin der ZKR, Karin Moosbrugger, ihr Amt antreten. Moosbrugger ist die Nachfolgerin vom Niederländer Hans van der Werf, der am 1. September 2012 Generalsekretär der ZKR wurde. Karin Moosbrugger ist Juristin. Sie war zuletzt als stellvertretende Unterabteilungsleiterin für Häfen und Binnenschifffahrt im französischen Verkehrsministerium tätig. Von dort aus leistete sie einen Beitrag zu den Arbeiten der ZKR. So engagierte sie sich bei der Umsetzung des CDNI-Übereinkommens. Ihre neue Tätigkeit bei der ZKR wird sich auf übergreifende Fragen im wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bereich der Binnenschifffahrt konzentrieren. Ufersicherung am Altneckar Das WSA Heidelberg ist Mitte Oktober mit einer umfangreichen Ufersicherungsmaßnahme im Landschaftsschutzgebiet Unterer Neckar gestartet. Die Arbeiten im Altneckar Heidelberg-Wieblingen sind erforderlich, da die Kolkschäden und Uferabbrüche im Bereich der Autobahnbrücke A5 in letzter Zeit stark zugenommen haben. Laut WSA droht die gesamte Uferböschung abzurutschen. Nun sollen etwa 3.000 Tonnen Wasserbausteine in die Schadstellen eingebaut werden. Bevor die Sicherungsmaßnahme beginnen kann, muss der Bewuchs im Böschungsbereich zurückgeschnitten werden. Zum Abtransport des Schnittgutes sowie zur Anlieferung und dem Einbau des Baumaterials wird der Wasserweg benutzt. Im Altneckar ist die Abladetiefe nur zwei Meter, anstelle der auf dem Neckar üblichen Ladetiefe von 2,50 Meter. Hafen hofft auf Schleuse Scharnebeck Leichtes Umschlagsplus Gut funktionierende Infrastruktur und eine Gleichberechtigung der Verkehrsträger an den Terminals sind wichtige Voraussetzungen, damit auch in Hamburg künftig mehr Hinterlandverkehr über die Wasserstraße abgewickelt werden kann. Hamburg möchte die Binnenschifffahrt stärken. Wirtschaftssenator Frank Horch erklärte bereits im September, der Anteil der Binnenschifffahrt am Container-Hinterlandverkehr des Hafens soll von zwei auf fünf Prozent erhöht werden. Dies wurde beim Schifffahrtsdialog am 11. Oktober in Hamburg noch einmal von Staatsrat Bernd Egert wiederholt. Hergen Hanke, Geschäftsführer der Binnenschiffslinie Börde Container Feeder, rief Verlader auf die Binnenschifffahrt stärker zu nutzen. Auch forderte er eine Gleichbehandlung des Binnenschiffes mit anderen Verkehrsträgern im Seehafen. Die Präsidentin der WSD Mitte, Ingelore Hering stellte die Planungen für eine neue Schleuse auf dem Elbe- Seiten-Kanal in Lüneburg vor, parallel zum bestehenden Schiffshebewerk Scharnebeck. Damit wäre ein Engpass für die Binnenschifffahrt im direkten Hinterland des Hamburger Hafens beseitigt. Im vergangenen Jahr lag das Hebewerk insgesamt fast einen Monat still, nachdem der Osttrog wegen einer Grundinstandsetzung gesperrt war und der Westtrog wegen technischer Defekte regelmäßig ausfiel. Die Branche befürchtet ähnliche Szenarien, wenn ab 2014 der Westtrog grundinstandgesetzt wird. Außerdem ist mit der Grundüberholung des Hebewerkes die Kapazitätsproblematik nicht gelöst. Die beiden Tröge sind mit ihren 100 Metern für moderne Binnenschiffe zu klein. Durch den Bau einer neuen Schleuse könnten künftig auch größere Schiffseinheiten den Elbe- Seiten-Kanal befahren. Das Projekt ist technisch umsetzbar, wie aus der Präsentation von Ingelore Hering hervorging. Nicht gesichert ist jedoch die Finanzierung des rund 250 Millionen Euro kostenden Neubaus. Das Bundesverkehrsminister hat in letzter Zeit mehrmals angegeben dafür kein Geld zu haben. Nun hofft das Gewerbe auf die Bereinigungssitzung des Haushaltsschusses am 8. November, bei der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer noch eine Milliarde Euro zusätzlich für die Verkehrsinfrastruktur zu ergattern hofft. Das, und die Tatsache, dass im Januar in Niedersachsen gewählt wird, könnten dem Bau einer Schleuse bei Scharnebeck Schub geben. In den rheinland-pfälzischen Häfen wurden in der ersten Hälfte dieses Jahres bereits elf Millionen Tonnen umgeschlagen, 1,6% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Empfang legte um 1,9% auf 6,3 Millionen Tonnen zu, der Versand erhöhte sich um 1,4% auf 4,7 Millionen Tonnen. Spitzenreiter waren die chemischen Erzeugnisse, gefolgt von Kokereiund Mineralölerzeugnissen und Erzen, Steinen und Erden. Ludwigshafen wies als größter Landeshafen ein Umschlagsplus von 2% auf. Andere Häfen wie Mainz und Andernach meldeten leicht rückläufige Umschlagszahlen.

Binnenvaartkrant