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De Binnenvaartkrant 22

De Binnenvaartkrant 22 11 oktober 2011

De Binnenvaartkrant 23 11 oktober 2011 DE BINNENVAARTKRANT REDAKTION SARAH DE PRETER | MOBIL +31 (0)6 22 70 18 93 | E-MAIL SPRETER@CHELLO.NL Experten diskutieren über Zukunft der Binnenschifffahrt In einer Zeit in der es auf Schiene und Straße immer enger wird, sollte die Binnenschifffahrt mehr denn je Zukunft haben. Doch ohne geeignete Infrastruktur und gut ausgebildete Fachkräfte geht es nicht. Zu diesem Schluss kamen die rund 100 Binnenschiffsexperten, die am vergangenen Freitag auf Einladung des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums über die Zukunft der Binnenschifffahrt diskutierten. Zum Auftakt der Veranstaltung im Duisburger Haus der Unternehmer teilte NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD) einige Beschlüsse der Landesverkehrsministerkonferenz mit, die zwei Tage zuvor in Köln stattgefunden hatte. Die Landesverkehrsminister forderten auf ihrer Konferenz ein Mitspracherecht bei der WSV-Reform und riefen die Bundesregierung außerdem dazu auf, ein Wirtschaftlichkeitsgutachten für das gesamte deutsche Wasserstraßennetz erstellen zu lassen. Darüber hinaus wurde eine Arbeitsgruppe errichtet, die die Finanzierung der Infrastruktur in Deutschland auf den Prüfstand stellen soll. BDB-Präsident Dr. Gunther Jaegers begrüßt es dass sich die Landesverkehrsminister mit der Infrastrukturfinanzierung befassen. Beim Expertengespräch erinnerte er daran dass die wichtigsten internationalen Wasserstraßen aufgrund von internationalen Abkommen abgabenfrei seien. Auf den übrigen Wasserstraßen bezahle die Binnenschifffahrt seit Jahren. Dieses Geld verschwinde jedoch im allgemeinen Haushalt, wie Jaegers kritisierte. Außerdem seien Binnenschiffer nicht die einzigen Benutzer der Wasserstraßen. Hafenhinterlandkonzept Minister Voigtsberger forderte vom Bund mehr Geld um im westdeutschen Kanalnetz die nötigen Abladetiefen und Brückenerhöhungen zu schaffen. NRW beteilige sich Jahrzehnten am Ausbau der Wasserstraßen und stelle dafür allein in diesem Jahr 12 Millionen Euro zur Verfügung. „Ohne die Mithilfe des Bundes geht es aber nicht.“ Wenig begeistert zeigte sich Voigtsberger vom Nationalen Hafenkonzept, das hauptsächlich nach den Wünschen der nord-deutschen Häfen ausgerichtet sei. Die ZARA-Häfen als zentrale Tore für NRW fänden in dem Konzept kaum Beachtung. „Der Rhein fließt aber nicht nach Hamburg. Das muss auch von Berlin gesehen werden.“ Gunnar Platz vom Consultingbüro Planco regte an, gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien ein Hafenhinterlandkonzept NRW zu Von Passau nach Indien Der Technologiekonzern Linde hat im Hafen Passau-Schalding zwei sogenannte Coldboxen aufs Binnenschiff verladen. Die 85 bzw. 145 Tonnen schweren Anlagenteile sind für zwei Anlagen zur Behandlung von Erdgas in Indien bestimmt. Sie wurden mit zwei mobilen Autokränen vom LKW aufs Schiff verladen und anschließend in den Seehafen Antwerpen gebracht. Es handelte sich um den ersten Schwergutumschlag der Firma Linde im Hafen Passau-Schlading. Bislang wurden die Anlagenteile im Hafen Racklau verladen, der in der Passauer Innenstadt liegt. Im September wurde eine neue Schwerlast-Route zum Hafen in Schalding freigegeben. Der Schaldinger Hafen verfügt über einen 450 Meter langen Kai, der direkt ans Schienen- und Straßennetz angebunden ist. (Foto Hafen Passau) erstellen. In kleineren Gruppen diskutierten die Experten über dringende Maßnahmen bei der Infrastruktur und im Ausbildungsbereich. Dr. Jaegers rief die Bundesregierung auf mehr Mittel für die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. „Wir müssen uns in Deutschland im Klaren sein dass gute Infrastruktur Geld kostet. Man braucht sie aber, damit man im globalen Wettbewerb bestehen kann. Vernachlässigte Verkehrswege sind die Schulden von morgen.“ Die Experten tauschten sich über zu ergreifende Maßnahmen im Infrastruktur- und Ausbildungsbereich aus. (Foto Sarah De Preter) NRW-Forum Auch bei der Ausbildung ist vieles zu tun. Erstens braucht die Binnenschifffahrt selbst qualifiziertes Personal. „Gerade im Bereich der fahrenden Nautiker sind wir mitten im Generationswechsel,“ hieß es. Darüber hinaus weist die Ausbildung von jungen Speditionskaufleuten Defizite auf. Dr. Jaegers schlug vor gemeinsam mit den Berufsschulen spezielle Seminare für Speditions- und Versandleute zu Auf ihrer Binnenschifffahrtskonferenz in Prag hat die Kammerunion Elbe/Oder (KEO) die tschechische Regierung aufgefordert, zügig mit dem Bau des geplanten Stauwehres bei Decin zu beginnen. Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann sagte in Prag die deutsche Bundesregierung werde die Elbe an 345 Tagen im Jahr schiffbar halten. Der Ausbau der Buhnen auf der sogenannten Reststrecke bei Hitzacker werde laut Ferlemann im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für die Elbe in Angriff genommen. Darüber hinaus werde die Bundesregierung die Klassifizierung der Elbe südlich von Lauenburg als ‘Nebenwasserstraße’ noch einmal überdenken. „Wenn die Elbe das ganze Jahr auf 1,60 Metern schiffbar ist, werden Verkehre besser planbar und damit wirtschaftlich“, freut sich der KEO- Generalsekretär Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, der den Bau von Buhnen kontinuierlichen Baggerarbeiten vorzieht. „Wenn der Strom sich durch neue Buhnen selbst besser regulieren wird, wird auch das Ökosystem an dieser Stelle der Elbe entwickeln. Berufsschullehrer könnten dabei als Wissensmultiplikatoren fungieren. Günter Haberland, der Vorsitzende des DSLV-Fachausschusses Binnenschifffahrt und Hafenwirtschaft, ermutigte die Politik zu einer Tempoerhöhung. „Wir reden seit Jahren über diese Themen. Es muss endlich Handlung in die Politik kommen“. Dr. Jaegers schlug die Gründung eines NRW-Forums für Binnenschifffahrt vor, nach dem Beispiel des Berliner Forums Binnenschifffahrt. Am Ende der Veranstaltung blickte Verkehrsminister Voigtsberger auf einen ‘konstruktiven Dialog’ zurück. „Wir kennen die Probleme der Zukunft“, so der Minister. „Das Land NRW setzt auf die Binnenschifffahrt als Teil der Lösung.“ Binnenschifffahrtkonferenz fordert Staustufe in Decin profitieren. Außerdem rechnen sich die Investitionen in Buhnen nach einigen Jahren, während die Kosten für Baggerarbeiten jedes Jahr wieder zu Buche schlagen.“ Schmidt-Trenz bot der Bundesregierung die Mitarbeit der Wirtschaft am Gesamtkonzept für die Elbe an. Auf der Oberelbe, so gab er an, seien kleinere Maßnahmen schon ausreichend, um bestimmte Engpässe zu entschärfen. Jiri Aster, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Usti nad Labem, wurde auf der Binnenschifffahrtskonferenz in Prag zum neuen Präsidenten der KEO gewählt. Er forderte seine Landesregierung auf dem deutschen Bekenntnis zur Elbe als Wasserstraße zu folgen und mit dem Bau der geplanten Staustufe in Decin zu beginnen. Dadurch sollen die Fahrverhältnisse für die Binnenschifffahrt auf dem tschechischen Elbe-Abschnitt verbessert werden. Die KEO ist ein Zusammenschluss von 32 tschechischen, polnischen und deutschen Industrie- und Handelskammern. Geesthacht: Containerterminal Im 30 Kilometer östlich von Hamburg gelegenen Elbe-Hafen Geesthacht soll ein Containerterminal errichtet werden. Das teilt die Hamburger Eckelmann-Gruppe mit, die zu 50% am Geesthachter Hafen beteiligt ist. Sobald die Infrastruktur in Hamburg wieder an ihre Grenzen stößt, soll das Terminal im Geesthachter Binnenhafen errichtet werden. Ziel sei es die Container auf dem Wasserweg im Shuttleverkehr von Geesthacht an die Hamburger Terminals und zurück zu bringen und so die Straßen in Hamburg zu entlasten. Am Hafen Geesthacht sind neben der Eckelmann-Gruppe auch die Stadt Geesthacht und die Oberelbe Verwaltungsgesellschaft Geesthacht beteiligt. Im ersten Halbjahr gingen im Binnenhafen 60.000 Tonnen über die Kaikante, 15% mehr als im ersten Halbjahr 2010. Hafenchef Jürgen Schlottau geht davon aus dass sich die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird. „Wir profitieren vom Wachstum des Hamburger Hafens und vom Wachstum der Binnenschifffahrt.“ Laut Schlottau wird die Abfertigung von Binnenschiffen im Hafen Hamburg immer schwieriger. Seeschiffe würden dort eben mit Priorität behandelt. Geesthacht sei wegen seiner verkehrsgeografisch günstigen Lage ein willkommener Hub im Vorfeld der Hansestadt für den Binnenschiffsverkehr. Damit der Binnenhafen sein Potenzial vollständig ausschöpfen kann, fordert Schlottau den Ausbau von Mittel- und Oberelbe sowie des dazugehörigen Kanalsystems. Schleuse Guttenbach renoviert Die rechte Kammer der Schleuse Guttenbach wurde nach einer Grundinstandsetzung wieder in Betrieb genommen. Die Arbeiten an der Schleuse haben fast 9 Millionen Euro gekostet und 2,5 Jahre gedauert. Dabei wurden die äußere Betonschale ersetzt und die Schleusentore ausgetauscht. Außerdem wurde die Antriebs-, Elektro- und Steuerungstechnik erneuert. Insgesamt sind 1.500 Kubikmeter Beton und rund 300 Tonnen Stahl neu eingebaut worden. Die Grundinstandsetzung der rechten Schleusenkammer ist die Voraussetzung für einen sicheren Schleusenbetrieb während der Verlängerung der linken Schleusenkammer. Im Moment ist unklar, wann die Verlängerung beginnen soll. In Guttenbach werden jährlich über 7.500 Güterschiffe mit einer Gesamtfracht von mehr als 7 Millionen Gütertonnen geschleust.

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