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2005-07

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DE BINNENVAARTKRANT

DE BINNENVAARTKRANT PAGINA 30 30 MAART 2005 Wir gratulieren Reederei Jaegers und wünschen dem TMS Julius Rütgers allzeit gute Fahrt

DE BINNENVAARTKRANT PAGINA 31 30 MAART 2005 NEUBAU IN DUISBURG TROTZ KONKURRENZ AUS OSTEUROPA ‘Getrieben durch Ehrgeiz’ Mit dem Tankschiff Julius Rütgers ist zum ersten Mal seit vielen Jahren ein komplettes Binnenschiff in Duisburg gebaut worden. Damit wird eine alte Tradition wiederbelebt. Triton freut sich über das erste Neubauprojekt seit der Wiedereröffnung der Werft vor zwei Jahren. Die deutsche Schiffbaubranche befindet sich in einem Strukturwandel. Durch den Wettbewerb mit osteuropäischen Werften hat der Kostendruck in den letzten Jahren stark zugenommen. Dazu kommt eine geringe Investitionsfähigkeit der deutschen Binnenschifffahrt. Dies hat zum Einen zur Schließung vieler Werften geführt. Zum Anderen haben sich viele Werften verstärkt auf den Bau von Fahrgastschiffen, Fähren und Behörden- oder Sonderschiffen zugelegt. Von Sarah ah De Preter Die traditionsreiche Triton-Werft Anton Mauser KG in Duisburg- Meiderich hatte Ende Dezember 2002 den Betrieb stillgelegt, nachdem der Eigentümer gestorben war. Die Werft lag daraufhin einige Monate brach. Im Juli 2003 übernahm die Schiba den Betrieb und investierte rund 300.000 Euro in die Modernisierung. So wurde die alte Krananlage durch eine moderne Anlage ersetzt. Bereits im März 2004 erfolgte die Kiellegung des Tankers Julius Rütgers. Darüber freute sich auch die Duisburger Hafengesellschaft. ‘Wir waren sehr überrascht als uns die Nachricht über den Neubau auf der Triton Werft erreichte,’ sagt dazu Herr Teuber von der Duisburger Hafengesellschaft. ‘Mit viel Phantasie hat man an diesem Standort wieder einen Schiffsbau durchgeführt. Das hätte hier wohl keiner mehr für möglich gehalten. Wir wünschen dass dies der erste Schritt zur Reaktivierung des Schiffsbaus in unserem Hafen ist.’ ‘Es freut uns ganz besonders dass die Reederei Jaegers den Auftrag hier in Duisburg erteilt hat. Julius Rütgers, der Namensgeber des neuen Tankers, hatte bereits sein Stammwerk in Meiderich. Er hat in unserer Stadt Meilensteine im Chemiebereich gesetzt. Hoffentlich ist durch den Neubau auf der Triton Werft auch ein Meilenstein gesetzt worden.’ Teamarbeit Der Bau des Schiffes hat knapp zwölf Monate gedauert. Durch das ungünstige Wetter zum Ende der Bauzeit war am Tag der Taufe nur der Anstrich noch nicht komplett fertig. Die Technik war jedoch größtenteils abgeschlossen. Klaus Schmidt, Leiter der technischen Abteilung der Reederei Jaegers, spricht von einem gelungenen Projekt. ‘Die Kunst des Schiffbaus und des Ingenieurswesens ist sehr wichtig für eine Reederei. Mit dem Bau des Tanker Julius Rütgers haben wir ein qualitativ hochwertiges Projekt abgeschlossen. Es ist ein erstklassiges Schiff geworden.’ Dies wäre unmöglich gewesen ohne gute Teamarbeit, ergänzt Klaus Valentin: ‘Unsere technische Abteilung, die Triton Werft und das Büro Veritas haben hervorragend zusammengearbeitet. Es sind auch viele Überstunden geleistet, um das Schiff rechtzeitig fertig zu kriegen. Bei diesem hochkomplizierten Tanker handelt es sich um den ersten Neubau der Trition Werft. Das nenne ich einen guten Start.’ Schweiz, Spucke und Geld hat das Projekt gekostet. Das erzählt die Vertreterin der Werft, Petronella Jacobs: ‘Wir haben diese Werft vor nunmehr zwanzig Monaten aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Viele haben uns damals gefragt ob wir verrückt geworden wären. Vielleicht sind wir wohl ein wenig verrückt, doch uns treibt der Ehrgeiz. Wir wollen diese Werft unbedingt wieder einen Platz an der Sonne verschaffen. Es ist schon außergewöhnlich dass wir bereits jetzt unseren ersten Neubau abliefern. Das ganze Projekt ist in guter Zusammenarbeit mit der Reederei Jaegers verlaufen. Besonders der Einsatz von Klaus Valentin: ‘Der Bau des Julius Rütgers ist ein guter Start für die Triton Werft.’ Klaus Schmidt war enorm!’ Auf der Triton Werft läuft mittlerweile der Teilneubau an für ein Trockenfrachtschiff. Jacobs: ‘Man muss rege sein als Werft. Man darf sich nicht hinsetzen und warten bis die Leute kommen. Man muss aktiv zu sein und akquirieren. Deshalb nehmen wir auch regelmäßig an Schifffahrtsmessen teil.’ Namensgeber Im Rahmen der Schiffstaufe würdigte Klaus Valentin den Namensgeber des Neubaus, Julius Rütgers. Rütgers wurde 1830 in Bensberg geboren und gründete Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Essen ein Unternehmen zum Holzschutz von Eisenbahnschwellen. Hieraus gingen die Rütgers Werke hervor, welche von Julius Rütgers bis zu seinem Tod im Jahr 1903 geleitet wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg erwarb das Unternehmen Anlagen in ganz Europa und sogar in Nordamerika. Julius Rütgers war nicht nur ein Pionier der chemischen Industrie. In den Kriegsjahren beteiligte er sich an der Evakuierung deutscher Flüchtlinge. Beim Vormarsch der Russen gegen Nazideutschland im Mai 1945 entstand bei Danzig ein Kessel, wo deutsche Flüchtlinge eingeschlossen waren. Herr Teuber von der Duisburger Hafengesellschaft zeigte sich stolz über den ersten Schiffsneubau seit Jahren in Deutschlands größtem Binnenhafen. (Bilder Sarah De Preter) Der Tanker Julius Rütgers hat als erster Neubau die wieder in Betrieb genommene Triton Werft in Meiderich verlassen. Vor Gästen aus Inund Ausland erzählte Frau Jacobs wie man sich bei Triton ein Jahr lang liebevoll um den “kleinen Julius” gekümmert habe. Besonders aufopferungsvoll (mit regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen) habe sich Klaus Schmidt um das Schiff gekümmert. Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit empfingen die Herrn der Reederei Jaegers eine Anti-Aging Crème für das Schiffskasko sowie eine Schiffsglocke (aus dem Kinderwagen!). Mit Schiffen versuchten sie dieser Situation zu entkommen. Doch der Konvoi wurde durch die Sowjetarmee torpediert; viele Menschen kamen um. Das Schiff Julius Rütgers half insgesamt 600 Menschen von Bord eines anderen, sinkenden Schiffes. Trotz defekten Motors konnte die damalige Julius Rütgers als letztes deutsches Schiff den Hafen Kiel erreichen. ‘Ich hoffe dass auch der neue Julius Rütgers mit so viel Glück unterwegs sein wird,’ so Klaus Valentin. HAFEN DUISBURG STEIGERT UMSATZ UND UMSCHLAG Logistikzentrale NRW weiter auf Erfolgskurs Mit einer Umsatzsteigerung um 20 Prozent auf über 50 Millionen Euro hat der Duisburger Hafen das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte bilanziert. Der Jahresüberschuss nach Steuern hat sich mit etwa einer Million Euro verdoppelt. Der Umschlag stieg um sieben Prozent auf 42 Millionen Tonnen an. Nach Hamburg und Bremen ist Duisburg der drittgrößte Containerhafen Deutschlands. Vorstandssprecher Erich Staake führt den Rekordumsatz vor allem auf erfolgreiche Verkehrsrelationen und den Ausbau der logistischen Dienstleistungen zurück. Die Zahl und Auslastung der über Duisburg laufenden Verkehrsrelationen seien 2004 zufriedenstellend gewesen. ‘Die positive Entwicklung betrifft zum einen unsere eigenen Verkehrsangebote wie zum Beispiel den Südosteuropa- Shuttle zwischen Duisburg und Wien sowie die Regional-Shuttles. Auch die nationalen und internationalen Schiffs- und Bahnverbindungen der Reedereien und Eisenbahndienstleister, die im duisport aktiv sind, waren gut ausgelastet. Für die Attraktivität des Logistikstandortes Duisburg und für zukünftige Ansiedlungen sind dies entscheidende und schlagkräftige Argumente.’ Von Sarah ah De Preter Der Hafen investierte 14 Millionen Euro in Infra- und Suprastrukturprojekte. Das war zwar weniger als in den Jahren zuvor, doch dies lässt sich darauf zurückführen, dass das logport-Gelände faktisch entwickel ist. Die Gelder flossen unter anderem in den Logistikpark Kaßlerfeld, in den Rheinhauser Vorbahnhof von Logport und in das Intermodal- Umschlagsterminal. Das noch junge Geschäftsfeld Automobillogistik wurde 2004 entscheidend gestärkt. Der Hafen konnte den Bremer Automobillogistiker E.H. Harms gewinnen, der zur Zeit im logport ein intermodales Autoterminal aufbaut. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der belgische Wettbewerber Cobelfret, welcher letztes Jahr auf der Strecke nach Vlissingen das neue Ro/Ro- Spezialschiff Waterways 3 in Betrieb nahm. Im Logis-tikpark Kasslerfeld errichtet der amerikanische Automobilzulieferer Tower Automotive ein Werk für Karosseriekomponenten für den Mercedes Sprinter. Doch auch bereits ansässige Logistikdienstleis-ter wie IHG Logistics und Kühne + Nagel sind im Bereich Automotive-Komponenten tätig. Der Güterumschlag hat sich um sieben Prozent auf insgesamt 42 Millionen Tonnen erhöht. Dabei legte der Schiffsumschlag um vier Prozent auf mehr als 14 Millionen Tonnen zu. Der Schienenverkehr erhöhte sich um acht Prozent auf acht Millionen Tonnen. Stärkster Verkehrsträger bleibt der Straßengüterverkehr, der ein Umschlags-plus von sieben Prozent auf rund 20 Millionen Tonnen verzeichnete. Während der Massengutumschlag um vier Prozent zurückgegangen ist, stieg der Stückgutanteil um 20 Prozent auf über zehn Millionen Tonnen an. Das Stückgut erreicht heute fast die Hälfte des Aufkommens, während es 1998 noch 28 Prozent waren. Vor allem der Containerbereich boomt und liegt derzeit bei 5,7 Millionen Tonnen. Insgesamt 610.000 TEU wurden 2004 per Schiff und Bahn umgeschlagen. ‘Innerhalb von lediglich zwei Jahren haben wir den Containerverkehr über den Duisburger Hafen nahezu verdoppelt,’ so Staake. ‘Duisport ist jetzt nach Hamburg und Bremen/Bremerhaven Deutschlands drittgrößter Containerhafen.’ Neuansiedler Die Marketing- und Vertriebstochter duisport agency war 2004 erfolgreich in der Konzeption, Abwicklung und Vermarktung von Transportlösungen. Sie etablierte neue Transportketten mit und für Kunden. Durch den Südosteuropa-Shuttle nach Wien sowie die Bahnverbindung Duisburg- Marl konnten 2004 jeweils 10.000 Lkw-Transporte auf die Schiene verlagert werden. Seit wenigen Wochen bietet duisport agency gemeinsam mit Railog einen wöchentlichen Ganzzug-Shuttle von Duisburg nach Istanbul an. Insgesamt hat der Duisburger Hafen im letzten Jahr 340.000 Quadratmeter Flächen neu vermarktet. Dies stärkt auch die Wirtschaftkraft der Stadt Duisburg, denn die Neuansiedler schaffen mittelfristig über 500 Arbeitsplätze. Somit zählt Duisburg heute zu den am schnellsten wachsenden Logistikstandorten Europas.

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