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2004-22

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DE BINNENVAARTKRANT

DE BINNENVAARTKRANT PAGINA 38 Wasser im Schiff ✂ ASS Allgemeine Schiffs - Service GmbH Motoren ◆ Getriebe ◆ Hydraulik ◆ Pneumatik IVECO ◆ ABC-Diesel ◆ REINTJES ◆ Parker Sempress Gartenstraße 22 ◆ 47198 Duisburg – Homberg Tel.0 20 66 /1 23 86 ◆ Fax 0 20 66 1 02 40 DEUTSCHE BIJLAGE TN3&7WN3

DE BINNENVAARTKRANT PAGINA 39 19 OKTOBER 2004 BREMEN WÜNSCHT SICH MEHR GASTRONOMIE- UND HOTELSCHIFFE FÜR DIE WESERPROMENADE ’Wir suchen etwas Tolles für die Stadt’ Hier begann vor mehr als 600 Jahren die Erfolgsgeschichte der Bremischen Häfen: an der Schlachte. Dieser Name steht inzwischen für eine rund 3,4 Km lange Promenade auf dem rechten Weser-Ufer im Herzen der altehrwürdigen Hansestadt. Gerne sprechen die Bremer von der ‘südlichsten Uferpromenade’ des Nordens und spielen damit auf das vor allem in Sommertagen fast südländische Flair dieser historischen Erlebnismeile an. Von Eckhard-Herbert Arndt Jahrhundertelang war die Schlachte ein Umschlagplatz für Kaufmannsgüter. Die Schiffe – Koggen, Segler und andere Wasserfahrzeuge – lagen vor Anker. Kontor- und Lagerhäuser säumten die Uferzone. Auf alten Stichen und Drucken ist dieses einmalige Geschehen für die Nachwelt festgehalten worden. Ihre Bedeutung als Hafen- und Handelsplatz verlor die Schlachte, als Ende des 19.Jahrhunderts die neuen Hafenteile im Westen der Stadt in Betrieb genommen wurden, die zudem für größere Schiffe erreichbar waren. Vom einmaligen Hansecharme des Gebietes um die Schlachte ist leider nicht mehr viel geblieben. In den Bombennächten des Zweiten Weltkrieges versank ein bedeutender Teil dieser Bremischen Baugeschichte in Trümmern. Beim Wiederaufbau in den 50er- und 60er-Jahren versuchte man zwar an den Baustil der Vorväter anzuknüpfen, doch mit unterschiedlichem Erfolg. Im Zuge der Vorbereitung auch Bremens auf die in Deutschland ausgerichtete Weltausstellung im Jahr 2000 (Expo 2000) erfolgte eine grundlegende Modernisierung dieses geschichtlich bedeutsamen Teils Bremens. Rund 50 Mio. Euro, darunter auch Mittel aus speziellen Programmen der EU, wurden verbaut. Entstanden ist eine Prachtmeile entlang der Weser mit zahlreichen Schiffsanlegern, eine neue Attraktion für Bremen und seine historische Innenstadt. Von der Schlachte zum Markt- und Rathausplatz sind es gerade einmal 500 Meter. Bremen hatte seine einmalige Lage als "Stadt am Fluss" neu entdeckt, wie schon andere Städte in Europa zuvor. Inzwischen haben einige Restaurant-, Veranstaltungs- und Museumssschiffe an den Anlegern entlang der Schlachte festgemacht. Sie stehen allerdings nicht alle das ganze jahr zur Verfügung. Im höher gelegenen Uferbereich der Weserpromenade befinden sich darüber hinaus zahlreiche gastronomische Betriebe, die ganzjährig geöffnet sind. Während der Sommermonate locken zudem Biergärten. Ein Raddampfer R als Wunschschiff Das bisher Erreichte kann sich zwar sehen lassen. Doch es kann alles noch besser werden, meinen jedenfalls die 1999 gegründete Schlachte Marketing Bietet breiten Raum für vielerlei Aktivitäten: die Weserpromenade im Bereich der Schlachte in Bremen. Sie wollen ‘tolle Schiffe’ für Bremen gewinnen (v.l.): Christel Lübben und Erika Märker. (Fotos Eckhard-Herbert Arndt) und Service-Verband. Erika Märker, Geschäftsführerin der Interessen- und Werbegemeinschaft, zugleich erfolgreiche Unternehmerin im Binnenschifffahrtsgewerbe (Befrachtungskontor), und Dr. Christel Lübben vom Senator für Wirtschaft und Häfen in Bremen. Beide wollen ‘noch mehr Leben, das heißt noch mehr Schiffe’ in die Weser- Stadt holen. Lübben kümmert sich als Tourismus-Referentin vor allem um Schiffe und deren Konzepte. Sie ist auch der zentrale Anlaufpunkt für Unternehmer die in Bremen vor Anker gehen wollen. Erika Märker bringt ihre umfangreichen Kontakte in der Binnenschifffahrtsindustrie mit ein. Das ist machbar an der Schlachte Anforderung für Charterfahrten von Bremen n.Bremerhaven: Schiffszulassung Fahrtgebiet 2 Maximale Schiffslänge an Anlegern: 42 m Maximale Breite an Anlegern: bis 9 m Maximaler Tiefgang an Anlegern: bis 2 m Maximale Höhe an Anlegern: bis 6,50 m Kontaktanschrift: Senator für Wirtschaft und Häfen, Frau Dr. Christel Lübben, Zweite Schlachtpforte 3, 28 195 Bremen, Email: Christel.Luebben@wuh.bremen.de, Tel: 0049 – 421 – 361 87 72, Fax: 0049 – 421 – 496 87 72. ‘Wir suchen wirklich etwas Tolles für unsere Stadt.’ Nach dem Verständnis der beiden Frauen sind das vor allem weitere Restaurantschiffe, die sie für die Schlachte gewinnen wollen. Unter bestimmten Umständen könnte es auch ein Hotelschiff sein. Märker: ‘Im Idealfall bekommen wir Schiffe, auf denen auch größere Veranstaltungen, etwa für Reisebusgruppen, durchgeführt werden können. Es sollen Schiffe sein die aufgrund ihrer Konstruktion außergewöhnlich sind und damit im besten Wortsinne eine Sehenswürdigkeit darstellen, zum Beispiel an einen Raddampfer.’ Mit ihrem Appell richten sich Märker und Lübben vor allem in Richtung Westen. ‘Wir wissen dass es in den Niederlanden eine Vielzahl interessanter Schiffe gibt die auch ideal nach Bremen passen würden. Was wir brauchen, ist vor allem eines: Schiffe mit einem ansprechenden Qualitätsstandard.’ Gästepotenzial sei mehr als reichlich vorhanden. 2003 wurden – auch dank der vielen Veranstaltungen – mehr als zwei Millionen Besucher gezählt. Lübben: ‘Aber natürlich gelten auch für diesen Standort die Grundsätze des Marktes: Nur ein gutes Angebot zieht Verbraucher, sprich Gäste, an. Was wir erreichen wollen, ist ein ganzjähriges Angebot auf einem hohen Qualitätsniveau.’ Natürlich wurden in den zurückliegenden Monaten zahlreiche Wo mischen sich die Amerikaner eigentlich nicht ein? Nach Afghanistan und Irak haben sie nun auch den Weg ins Donau-Delta gefunden. Der dortige ukrainische Schifffahrtskanal soll nicht ausgebaggert werden, finden auch die States. Sind sie etwa plötzlich Naturfreunde geworden? Dem Kyoto-Protokoll zur weltweiten Senkung der Abgase haben sie trotzdem noch nicht zugestimmt. Vor fremden Haustüren kehrt es sich aber bekanntlich besser... Lasst uns also nach Deutschland zurück-kehren. Dort darf der Schiffer demnächst vielleicht gar nicht mehr trinken. Auf Antrag der Hansestadt Hamburg behandeln Bundesrat und Bundestag die Null-Promillegrenze auf Binnenwasserstraßen. Zum ersten Mal läge die Schifffahrt damit vor der Straße im politischen Bewusstsein. Doch muss sie es sich – ausgerechnet in diesem Fall – auch gefallen lassen? Auf der Jahrestagung des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) vor zwei Wochen in Berlin wurde für eine Aufstockung der zulässigen Lkw-Last von 40 auf 60 Tonnen plädiert. Deutschland braucht also zusätzlichen Transportraum. Wie wäre es mit ordentlich beschiffbaren Wasserstraßen? Oder gibt es dort zuerst andere Probleme zu lösen, wie Gespräche mit Betreibern von Restaurant- und Veranstaltungsschiffen geführt, von denen nicht wenige aus den neuen Bundesländern kamen. Doch das vorgestellte Schiffsmaterial, aber auch das mit einem Schiff verbundene Nutzungskonzept ließen in der Regel zu wünschen übrig. Märker: ‘Es muss zum Gesamtangebot Schlachte passen und Besucher in seinen Bann ziehen.’ Die überwiegende Zeit sollen die Schiffe zwar an der Weserpromenade vertäut liegen. ‘Gelegentlich können sie jedoch auch Charterfahrten durchführen.’ Traum Deutschlands (t)Raumschiff Die Weser ist eine Bundeswasserstraße. Lübben: ‘Für die Fahrt auf der Weser bis Bremerhaven benötigt das Schiff die Zulassung für das Fahrtgebiet 2.’ Weil auch die Stadt Bremen ein großes Interesse an vielen, interessanten Schiffen entlang der Weserpromenade hat, begrüßt sie den Unternehmer mit interessanten Konditionen. Von den Liegegeldern bis hin zur umfassenden Unterstützung bei der Erledigung aller Formalitäten. Lübben: ‘Wir haben kurze Entscheidungswege.’ Erika Märker und Christel Lübben haben einen großen Traum: ‘Dass die Weserpromenade im nächsten Jahr mit wirklich tollen Schiffen bestückt ist. Dafür arbeiten wir mit großem Engagement.’ Alkohol - verantwortlich für weniger als ein (!) Prozent der Unfälle in der Binnenschifffahrt. Man möchte nicht wissen, wieviel übermüdete Lkw-Fahrer derzeit im Bach landen. Andererseits: bei 60 Tonnen ist ein Unfall eben noch effektiver. Dann sind gleich 1,5 Lkw von der Straße und auf dem Wasser. Deutschland schlägt sich mit Phantomen: die Geister der Alkoholsünder und des Straßengüterglücks schleichen umher. Ein echtes Phantom bestaunen zur Zeit die Kunden des Fliesenherstellers Agrob Buchtal an Bord des Binnenschiffes Jenny. Im Rahmen einer Promotionstour wurde im Laderaum ein Swimmingpool installiert, in den Wasser und Fische hineinprojiziert werden. Auch der Staat denkt modern: wir beamen demnächst - Waren über die überteuert hergestellten Straßen und ICE-Trassen und Binnenschiffe über Flüsse, die längst außer Betrieb geraten sind. Bevor die Verkehrspolitiker bei der Kostenexplosion der Straßenund Schienenprojekte kehren, kehren sie beim Alkoholproblem. Prost, sagt der Politiker. Er lässt sich vom Chauffeur nach Hause fahren. Sarah De Preter

Binnenvaartkrant